Mehr als eine Garage

In der Garage ist etwas los. Schön zu sehen, wie andere die Möglichkeiten mit der Garage weiterentwickeln, die Annarös und ich zwei Monate lang ausgeräumt, gereinigt und neu aufgeräumt haben. Es soll mehr als eine Garage sein. Es soll ein Atelier werden, in dem verschiedene Projekte möglich sind.

Klär und Tino, die zurzeit bei «Houses of Grace» eine aktive Auszeit gestalten, trafen sich mit Nokuthula, einer Lehrerin, die nebenan in der Township von Masiphumelele lebt. Sie ist dort aufgewachsen, zuerst in einfachsten Blechhütten.  Später lebte sie in einem etwas grösseren Blechcontainer und heute hat sie eine Wohnung in einem Haus. Sie kennt die besonderen Herausforderungen und auch schmerzliche Erfahrungen, gerade von Kindern, die in der Township aufwachsen. Ob im Mathe-Club zum Lernen für die Schule, beim Stricken nach der Schule oder auch im Projekt der «Freedom Writers», immer wieder hat sie Mädchen und Knaben geholfen, voran zu kommen und auch schmerzliche Erfahrungen zu verarbeiten.

Dabei ist es ihr wichtig, dass sie den Kindern auch hilft, Vertrauen zu Jesus zu finden, damit sie in der Not wissen, wohin sie mit dem, was ihnen zu schaffen macht, gehen können. Dass Kinder beten können, ist für Nokuthula so wichtig wie Mathematik oder Stricken. Wenn sie alleine sind und in Not sind, dann ist beten eine existentielle Möglichkeit nicht zu verzweifeln. Dass Gott sie sieht und sie oft unerwartet Hilfe erleben, wurde für sie immer wieder eine Erfahrung, die unvergesslich bleibt.

Nokuthula hat Klär und Tino in einem Rundgang durch Masiphumelele einen authentischen Einblick in den Alltag dort geben können. Beim anschliessenden Gespräch war Nokuthula sehr bewegt, dass sie gefragt wurde, wie denn ein «sicherer Ort» für die Projekte mit ihren Kindern aussehen könnte und was es dort an Einrichtung braucht. Dass die Garage ein Atelier werden soll, dass gerade auch für die «Freedom Writers» ein sicherer Ort sein kann, das war mehr als sie sich erträumen konnte. Da werden Jungen und Mädchen ihre Erfahrungen in ihren Tagebüchern aufschreiben und ein Stück weit verarbeiten können. Die Tagebücher werden sicher und verschlossen aufbewahrt, so dass niemand anders Zugang dazu hat.

Ob schreiben, stricken, rechnen, singen, spielen, kreativ sein, alles kann in der grossen Garage, die ein Atelier wird, Wirklichkeit werden. Die praktische Arbeit vor Ort und die finanzielle Unterstützung durch den Förderverein (durch Spenden und durch die Mitgliederbeiträge) eröffnet so Kindern und Erwachsenen Möglichkeiten, die ihnen sonst verwehrt geblieben wären. Die Freude und der Dank für diese Perspektiven sind bei allen Mitwirkenden immer wieder deutlich erfahrbar.  

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Vom Weiterziehen und neu anfangen